Öko‑Projekt

Wir handeln

Der Klimawandel treibt die Austrocknung und Verwüstung ganzer Landstriche rapide voran. Dabei sinkt der Grundwasserspiegel und die Lebensbedingungen in den Wüstenregionen werden immer härter. Die Menschen verlieren häufig ihre Lebensgrundlagen und sind dann gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Wir wollen zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen in der marokkanischen Wüstenregion beitragen.

Aktuelles

Im September konnte mit Hilfe vieler Spenden die geplante Fotovoltaikanlage auf der Plantage aufgebaut werden. Nun können die Pumpen und der Motor für die Tröpfchenbewässerung mit Solarenergie betrieben werden und wir sind nicht mehr auf Gas angewiesen. Ein großer Erfolg!

Integral angelegtes Projekt

Unser Projekt verbindet ökologische, bildungspolitische, ökonomische und soziale Aspekte. Wir entwickeln das Projekt in deutsch-marokkanischer Kooperation. Das verlangt, unterschiedliche Erfahrungshintergründe, Interessen und Gewohnheiten gut auszubalancieren. Aus den künftigen Einnahmen können unabhängig von Spenden Arbeitsplätze für Landarbeiter und eine Lehrerin finanziert werden. Das Projekt setzt an den Eigeninteressen der Berber an und unterstützt die Startbedingungen.

Projektentwicklung

Uns wurde eine große Fläche auf dem Gelände Boutious oberhalb der Sandwüste zur Verfügung gestellt. Das 1100 Meter hohe Gebirge Jebil Bani trennt die Sandwüste von Boutious, so dass das Gelände vor einer Versandung geschützt ist. Der steinige Boden ist fruchtbar und Süßwasser ist auch vorhanden. Die Entwicklung des Palmenhains mit Mischkultur erfolgt in mehreren Stufen. Wir orientieren uns an dem Modell der Agrarökologie und die Bio- Zertifizierung erfolgt in Marokko.

In 2018 wurde mit den Planungen begonnen. 2019 wurden die Wasserpumpe und eine Tröpfchenbewässerungs- anlage angeschafft sowie der Boden vorbereitet. Im Frühjahr 2020 haben 32 Frauen und Männer aus dem deutschsprachigen Raum gemeinsam mit Berbern 320 Dattelpalmen und 300 Moringabäume gepflanzt.

Die weiteren Aufforstungen und Anpflanzungen erfolgen in den nächsten Jahren entsprechend unserer finanziellen Möglichkeiten und sollen hauptsächlich durch anzustellende Landarbeiter ausgefüht werden.

Nach etwa drei Jahren können die ersten Ernteerträge der Moringa-Bäume verkauft werden. Mit der Dattelernte kann in etwa sechs Jahren gerechnet werden. Die künftigen Produkte können die Berber auf den heimischen Märkten verkaufen.

Durch die Einkünfte kann auch die gewünschte Fördereinrichtung für Mädchen, Frauen und Männer finanziert werden.

Ökologische Aspekte

Die Planung des Palmenhains erfolgt nach Kriterien, die einen nachhaltigen ökologisch sinnvollen Anbau unter den in der Region bestehenden Bedingungen ermöglichen. Alle Anpflanzungen erfolgen ohne Maschineneinsatz, um eine Bodenverdichtung zu vermeiden. Es werden kein Kunstdünger und keine Pestizide verwendet. Der Boden wird mit Gründünger und Ziegenmist angereichert. Die für Verschattung geeigneten Pflanzkombinationen verhindern das
Austrocken des Bodens.

Moringa-Bäume sind für den dortigen Boden sehr gut geeignet. Sie liefern bereits nach einem Jahr Blätter für Salat, Gemüse oder auch Ziegenfutter und dienen als Material für die Humusbildung im Boden. Die Bodenverhältnisse und die CO2 – Bilanz werden durch diese Bäume schnell verbessert. Später ergeben sich für die extrem nährstoff- und vitaminreichen Moringa-Produkte vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten (Tee, Öl, Seifen etc.). Die Rinde der Bäume kann auch für die Desinfizierung von Wasser verwendet werden.

Dattelpalmen sind optimal angepasst an die dortigen Boden- und Wasserverhältnisse und sind mit ihren Früchten eine wichtige Einkommensquelle.

Alexandriner-Klee ist wertvoll für die Bodenbedeckung und Düngung.

Hülsenfrüchte, Wassermelonen, Kürbisse und Heilkräuter können Einkommen durch Ernteerträge sichern.

Auf Wunsch der Berber entsteht ein Wissenstransfer für ökologische Anbaumöglichkeiten. Es wird eine Alternative mit Modellcharakter für die in der Region vorherrschenden Monokulturen geschaffen.

Soziale Aspekte

Durch die Kooperation mit den dort lebenden Menschen sowie die konkrete gemeinsame Arbeit entsteht ein Erfahrungsfeld, welches den Austausch zwischen Kulturen und Religionen fördert. Als Angehörige der westlichen Welt stellt sich durch die unmittelbare Begegnung mit Menschen in prekären Lebenssituationen intensiv die Frage nach unserem eigenen Lebensstil.

Ökonomische Aspekte

Für die notwendige Bewirtschaftung des Geländes werden Arbeitsplätze geschaffen. Durch die Einkommen aus Arbeitsverhältnissen und die künftigen Ernteerträge verbessert sich die Lebensgrundlage der Berber.